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Contracting vs. Kauf vs. Leasing: Welches Finanzierungsmodell passt?

Drei Finanzierungsmodelle für gewerbliche PV-Anlagen im Vergleich: Contracting, Eigeninvestition und Leasing. Mit GREIV-Nuancen und Entscheidungsprozess.

Financing & Subsidies

Das Wichtigste in Kürze

5 Min. Lesezeit
  1. Drei Modelle stehen zur Wahl: Eigeninvestition (Kauf), Leasing und Contracting (PPA/Pachtmodell). Die Entscheidung ist bilanziell, nicht preislich getrieben.
  2. GREIV-Förderberechtigung hängt vom Eigentum ab: Beim Kauf erhält der Käufer die Vergütung direkt. Beim Contracting bleibt die GREIV beim Systemanbieter, der die Anlage besitzt.
  3. Leasing ermöglicht Eigentumsaufbau ohne sofortigen CAPEX-Aufwand. Die GREIV-Berechtigung hängt von der Vertragsstruktur ab.
  4. Ampere Dynamic realisiert alle drei Modelle und berät herstellerunabhängig zu der Variante, die zum Unternehmensprofil passt.

Die entscheidende Frage ist nicht: Welches Modell ist am günstigsten? Die entscheidende Frage ist: Was lässt die Bilanz des Unternehmens zu, und was ist wichtiger — Eigentumsaufbau oder Cashflow-Neutralität? Diese Abwägung unterscheidet sich je nach Unternehmensgrösse, Bilanzstruktur und strategischen Prioritäten.

Drei Modelle im Überblick

Eigeninvestition (Kauf) ist das klassische Modell: Das Unternehmen finanziert die PV-Anlage vollständig aus dem Eigenkapital oder einem Bankdarlehen, wird sofort Eigentümer und erhält alle Erträge direkt. Die GREIV-Einmalvergütung fliesst an den Betrieb. Die volle Abschreibung erfolgt über das Geschäftsvermögen. Das Modell eignet sich für Unternehmen mit starker Bilanz und dem Ziel, den maximalen ROI über die gesamte Anlagenlebensdauer zu realisieren.

Leasing verteilt den Kapitalaufwand über eine Laufzeit von typischerweise 5-10 Jahren. Je nach Vertragsstruktur (Financial Leasing vs. Operating Leasing) liegt das wirtschaftliche Eigentum beim Betrieb oder beim Leasinggeber. Bei Financial Leasing kann der Betrieb GREIV-berechtigt sein; bei Operating Leasing verbleibt diese beim Leasinggeber. Nach Ablauf der Laufzeit geht die Anlage in der Regel auf den Betrieb über. Das Modell schont die Liquidität und ermöglicht Eigentumsaufbau ohne CAPEX-Aufwand.

Contracting (PPA/Pachtmodell) bedeutet: Der Anbieter (Ampere Dynamic oder ein Finanzierungspartner) baut und besitzt die PV-Anlage auf dem Dach des Betriebs. Der Betrieb zahlt einen festen Preis pro kWh oder eine monatliche Pauschale. Kein Eigenkapitalbedarf, keine Bilanzbelastung. Da der Anbieter Eigentümer der Anlage ist, erhält er die GREIV-Einmalvergütung. Diese Einsparung wird idealerweise in Form eines niedrigeren kWh-Preises an den Betrieb weitergegeben. Geeignet für Betriebe mit Zero-CAPEX-Strategie, die Energiekosten reduzieren wollen, ohne ein Asset zu aktivieren.

Contracting, Kauf oder Leasing: die wichtigsten Unterschiede

Contracting, Kauf oder Leasing: die wichtigsten Unterschiede

Kriterium Contracting Kauf Leasing
Eigenkapitalbedarf Keiner CHF 200k bis 2 Mio.+ Teilfinanziert
Eigentum der Anlage Beim Anbieter Sofort beim Käufer Nach Laufzeitende
GREIV-Förderberechtigung Nein (Anbieter erhält EIV) Ja Möglich (vertragsabhängig)
Steuerliche Abschreibung Nicht möglich Ja (Geschäftsvermögen) Leasingraten abzugsfähig
Wirtschaftliches Risiko Beim Anbieter Beim Betrieb Geteilt
Geeignet für Zero-CAPEX-Strategie Starke Bilanz, voller ROI Liquidität schonen, Eigentumsaufbau

Zur GREIV-Nuance beim Contracting: Der Betrieb verliert keine Förderung, die ihm zugestanden hätte. Das Eigentum liegt beim Anbieter; dieser ist GREIV-berechtigt. Ein seriöses Contracting-Modell gibt diese Kostenersparnis durch den niedrigeren kWh-Preis an den Betrieb weiter. Bei Kauf und Leasing (Financial Leasing) stellt der Betrieb als Eigentümer den GREIV-Antrag selbst.

Entscheidungsprozess: in vier Schritten zum richtigen Modell

Entscheidungsprozess: in vier Schritten zum richtigen Modell

Bilanz- und Liquiditätsanalyse

Prüfen Sie, wie viel Kapital verfügbar ist und ob eine Bilanzaktivierung des Anlagevermögens strategisch erwünscht ist. Diese Frage beantwortet, ob Eigeninvestition oder ein Alternativmodell sinnvoller ist.

Strategische Eigentumsbetrachtung

Entscheiden Sie, ob Eigentum an der Anlage Teil der Unternehmensstrategie ist. Wer Eigentum will und die Bilanz erlaubt es, wählt Kauf oder Leasing. Wer nur Energiekosten senken will, wählt Contracting.

Förderansprüche prüfen

Klären Sie, ob GREIV-Berechtigung für Sie strategisch relevant ist. Bei Eigeninvestition fliessen bis zu 30% der Systemkosten als GREIV zurück. Beim Contracting reduziert sich der kWh-Preis stattdessen.

Vertragsmodell wählen und strukturieren

Für Leasing: Klären Sie mit Steuerberater und Rechtsanwalt, ob Financial oder Operating Leasing die GREIV-Berechtigung beeinflusst. Die Vertragsstruktur entscheidet über die Förderfähigkeit.

Welches Modell für welches Unternehmen?

Starke Bilanz, Eigentumsstrategie: Eigeninvestition ist die wirtschaftlich überlegene Wahl über die Anlagenlebensdauer. Der Betrieb erhält GREIV direkt, schreibt die Anlage steuerlich ab und realisiert den vollen ROI. Amortisation typischerweise in 4-6 Jahren bei industriellen Anlagen ab 100 kWp.

Limitierter CAPEX, Energiekostenreduktion im Fokus: Contracting eliminiert den Investitionsbedarf vollständig. Der Betrieb zahlt einen festen Preis pro kWh und profitiert sofort von günstigerem Strom, ohne die Bilanz zu belasten.

Mittelweg: Leasing eignet sich für Betriebe, die Eigentumsaufbau anstreben, aber nicht sofort über ausreichend Kapital verfügen oder die Liquidität schonen wollen. Die Leasingraten sind steuerlich abzugsfähig.

Zu den verfügbaren Förderprogrammen für Ihre Photovoltaik-Anlage — von KLEIV bis GREIV — lesen Sie unseren umfassenden Förderleitfaden. Unser Finanzierungsservice begleitet Sie von der Modellwahl bis zur Förderantragstellung.