Glossar
Eigenverbrauch
Auch bekannt als: Eigenverbrauchsquote, Selbstverbrauch
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des produzierten Solarstroms, den ein Betrieb direkt selbst nutzt, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Er ist der zentrale Werthebel einer PV-Anlage: Selbst genutzter Strom ersetzt Netzbezug zu 20 bis 35 Rp./kWh, während die Einspeisung nur 5 bis 12 Rp./kWh erlöst. Unoptimierte Anlagen erreichen 30 bis 40 Prozent, mit Speicher und ZEV sind 70 bis 90 Prozent erreichbar.
Was sagt das Gesetz zum Eigenverbrauch?
Art. 16 des Energiegesetzes gibt Betreiberinnen und Betreibern einer Produktionsanlage das Recht, den erzeugten Strom am Ort der Produktion ganz oder teilweise selbst zu verbrauchen; Art. 17 und 18 erlauben den Zusammenschluss mehrerer Parteien (EnG, SR 730.0, Fedlex). Selbst verbrauchter Strom fliesst nicht über das öffentliche Netz und trägt deshalb weder Netznutzungsentgelt noch Netzzuschlag und Abgaben. Genau daraus entsteht der wirtschaftliche Wert: Der Betrieb spart den vollen Bezugstarif, nicht nur die Energiekomponente.
Der Unterschied ist erheblich. Gewerbekunden der ElCom-Kategorie C4 zahlen 2026 im Median 23.66 Rp./kWh Gesamttarif, davon 11.28 Rp. für die Energie (ElCom Strompreis-Übersicht). Für den Überschuss erhalten grosse Anlagen dagegen nur den Referenzmarktpreis, ab 2027 den stündlichen Spotpreis.
Wie hoch ist der Eigenverbrauch typischerweise?
Die Quote hängt vom Lastgang ab. Bürogebäude mit Verbrauch am Abend und am Wochenende erreichen 20 bis 40 Prozent, Produktionsbetriebe mit Tagschicht 60 bis 70 Prozent, Dreischichtbetriebe mehr: Die BACHMANN GROUP verbraucht mit 2’809 kWp und Verpackungsproduktion rund um die Uhr 96 Prozent des Solarstroms selbst (Projektdaten Ampere Dynamic). Mit Speicher und ZEV sind 70 bis 90 Prozent erreichbar (Auswertung realisierter Ampere-Dynamic-Projekte).
Wie steigert man den Eigenverbrauch?
Vier Hebel steigern die Quote: Batteriespeicher verschieben Solarstrom in die Abend- und Nachtstunden, Lastverschiebung legt flexible Verbraucher wie Kälteanlagen, Ladestationen und Wärmepumpen in die Mittagsspitze, ein Energiemanagementsystem koordiniert beides automatisch, und ein ZEV erweitert den Nutzerkreis über den eigenen Betrieb hinaus. Die Reihenfolge ist nicht beliebig: Lastverschiebung kostet fast nichts, der Speicher am meisten; er lohnt sich, wenn er zusätzlich Peak Shaving leistet.
Wie die vier Hebel zusammenspielen: Eigenverbrauch von 30 auf 90 Prozent. Für Produktionsbetriebe im Besonderen: Photovoltaik für Industrie.