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Glossar: Energiebegriffe für Industrie und Gewerbe

Die zentralen Begriffe zu Photovoltaik, Batteriespeichern, Eigenverbrauch und Förderung in der Schweiz. Jede Definition kompakt erklärt, mit weiterführenden Fachartikeln.

Eigenverbrauch
Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des produzierten Solarstroms, den ein Betrieb direkt selbst nutzt, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Er ist der zentrale Werthebel einer PV-Anlage: Selbst genutzter Strom ersetzt Netzbezug zu 20 bis 35 Rp./kWh, während die Einspeisung nur 5 bis 12 Rp./kWh erlöst. Unoptimierte Anlagen erreichen 30 bis 40 Prozent, mit Speicher und ZEV sind 70 bis 90 Prozent erreichbar.
Einmalvergütung
Die Einmalvergütung (EIV) ist die zentrale Bundesförderung für Photovoltaikanlagen in der Schweiz, ausbezahlt als einmaliger Investitionsbeitrag bei Inbetriebnahme durch die Vollzugsstelle Pronovo. Sie gliedert sich in KLEIV für Anlagen unter 100 kWp, GREIV für Anlagen ab 100 kWp bis 50 MWp und HEIV für Volleinspeiser von 2 bis 150 kWp. Seit 2025 gelten zusätzliche Boni, etwa für integrierte Anlagen und Parkplatzüberdachungen.
Energiemanagementsystem
Ein Energiemanagementsystem (EMS) ist die Steuerungszentrale eines gewerblichen Energiesystems: Es überwacht Produktion, Verbrauch und Speicherstand in Echtzeit und koordiniert PV-Anlage, Batteriespeicher, flexible Lasten und Ladeinfrastruktur nach wirtschaftlichen Zielwerten. Typische Funktionen sind Peak Shaving, Eigenverbrauchsoptimierung und priorisiertes Laden. Moderne Systeme nutzen Lastprognosen und maschinelles Lernen, um wiederkehrende Muster zu antizipieren.
Lastgang
Der Lastgang ist das zeitaufgelöste Verbrauchsprofil eines Betriebs, in der Schweiz standardmässig in 15-Minuten-Mittelwerten gemessen. Er zeigt, wann wie viel Leistung bezogen wird: Grundlast, Produktionsspitzen, Wochenend- und Saisonverläufe. Für die Auslegung von PV-Anlage, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur ist die Lastganganalyse die zentrale Datengrundlage, denn sie bestimmt Eigenverbrauchspotenzial, Speichergrösse und Einsparpotenzial beim Leistungspreis.
LEG
Eine LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft) ermöglicht seit dem 1. Januar 2026 den Handel von lokal produziertem Strom über das öffentliche Netz innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde. Für Stromflüsse innerhalb der Gemeinschaft zahlen Teilnehmer ein reduziertes Netzentgelt. Anders als beim ZEV oder vZEV dürfen die Teilnehmer unterschiedliche Netzanschlusspunkte im lokalen Verteilnetz nutzen; Smart Meter sind Pflicht.
Leistungspreis
Der Leistungspreis ist der Teil der Stromrechnung, den Gewerbe- und Industriebetriebe für ihre maximale Bezugsleistung zahlen, abgerechnet in CHF pro Kilowatt. Massgebend ist bei den meisten Schweizer Verteilnetzbetreibern der höchste 15-Minuten-Mittelwert des Monats. Ein einziger kurzer Lastpeak kann damit die Netzkosten des gesamten Monats bestimmen, unabhängig vom tatsächlichen Energieverbrauch.
Netzentgelt
Das Netzentgelt (Netznutzungsentgelt) ist der Teil der Stromrechnung, den der Verteilnetzbetreiber für die Nutzung des Stromnetzes verrechnet, unabhängig vom Energielieferanten. Es besteht aus verbrauchsabhängigen Komponenten in Rp./kWh und dem Leistungspreis in CHF/kW auf die Monatsspitze. Solarstrom vom eigenen Dach durchläuft das öffentliche Netz nicht und vermeidet das Netzentgelt deshalb vollständig.
Peak Shaving
Peak Shaving bezeichnet das gezielte Kappen von Leistungsspitzen im Strombezug eines Betriebs, meist durch einen Batteriespeicher. Der Speicher entlädt sich bei drohenden Lastspitzen und reduziert so die gemessene maximale Bezugsleistung, die Grundlage des Leistungspreises. Schweizer Netzbetreiber messen dafür in der Regel den höchsten 15-Minuten-Mittelwert des Monats.
Repowering
Repowering bezeichnet die Modernisierung einer bestehenden Photovoltaikanlage durch den Austausch von Modulen, Wechselrichtern oder Unterkonstruktion gegen aktuelle Technik. Weil moderne Module deutlich höhere Wirkungsgrade erreichen als Anlagen aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren, steigt der Ertrag auf gleicher Dachfläche erheblich. Repowering lohnt sich typischerweise bei alternden Anlagen mit auslaufender Einspeisevergütung, häufigen Defekten oder stark gestiegenem Strombedarf.
vZEV
Der vZEV (virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) erweitert seit dem 1. Januar 2025 das ZEV-Modell über den einzelnen Netzanschlusspunkt hinaus. Teilnehmer nutzen das lokale Verteilnetz, eine physische Verbindung der Liegenschaften ist nicht mehr erforderlich. Voraussetzung sind Smart Meter bei allen Beteiligten. Damit können Betriebe Solarstrom über mehrere Gebäude oder Parzellen hinweg teilen.
Winterstrombonus
Der Winterstrombonus ist eine Zusatzförderung zur Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen ab 100 kWp, die ab dem 1. Januar 2026 in Betrieb gehen und im Winterhalbjahr (1. Oktober bis 31. März) mehr als 500 kWh pro installiertem Kilowatt produzieren. Der Bonus fördert gezielt winterstarke Anlagen: alpine Standorte, steil geneigte Module und Fassadenanlagen mit Süd-West- oder Süd-Ost-Ausrichtung.
ZEV
Ein ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) erlaubt es seit 2018 mehreren Parteien in einem Gebäude oder Areal, Solarstrom hinter einem einzigen Netzanschlusspunkt gemeinsam zu nutzen. Alle Teilnehmer teilen sich den Anschluss, die Abrechnung erfolgt konsolidiert. Relevant ist das Modell vor allem für Gewerbeparks, Industrieareale und Liegenschaften mit mehreren Mietern.