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Glossar

Leistungspreis

Auch bekannt als: Leistungstarif, Demand Charge

Der Leistungspreis ist der Teil der Stromrechnung, den Gewerbe- und Industriebetriebe für ihre maximale Bezugsleistung zahlen, abgerechnet in CHF pro Kilowatt. Massgebend ist der höchste 15-Minuten-Mittelwert der Abrechnungsperiode, je nach Netzbetreiber des Monats oder des Jahres: EKZ, CKW, AEW und BKW rechnen 2026 den Monatshöchstwert ab, SIG in Genf den Jahreshöchstwert. Ein einziger kurzer Lastpeak kann damit die Netzkosten eines ganzen Monats oder Jahres bestimmen, unabhängig vom tatsächlichen Energieverbrauch.

Wie wird der Leistungspreis berechnet?

Grundlage ist die Lastgangmessung nach Art. 8 der Stromversorgungsverordnung (StromVV): Betriebe mit Leistungsmessung liefern dem Netzbetreiber ihren Lastgang in 15-Minuten-Mittelwerten. Der Netzbetreiber nimmt den höchsten Wert der Abrechnungsperiode und multipliziert ihn mit dem Ansatz in CHF pro kW. Welche Periode gilt, steht im Tarifblatt: EKZ, CKW, AEW, BKW und SAK verrechnen 2026 den Monatshöchstwert, EKZ zählt dabei nur Werktage von 7 bis 20 Uhr (EKZ-Tarife 2026); SIG in Genf verrechnet den Jahreshöchstwert (SIG Tarifs 2026). Der Leistungspreis honoriert damit nicht Sparsamkeit, sondern Gleichmässigkeit: Wer dieselbe Energiemenge ohne Spitzen bezieht, zahlt weniger.

Die Netznutzungstarife sind reguliert; die ElCom publiziert die Tarife aller Verteilnetzbetreiber (ElCom Strompreis-Übersicht). Ampere Dynamic wertet diese Rohdaten jährlich aus: 2026 liegt der Leistungspreis für das Standardprofil C6 (400 kW, 1.5 GWh pro Jahr, Mittelspannung) im Median bei CHF 108 pro kW und Jahr, die mittlere Hälfte der Netzbetreiber zwischen CHF 88 und 127, die Extreme bei CHF 27 und 245 (Leistungspreis-Vergleich 2026). Ein Betrieb mit 400 kW Spitzenlast zahlt beim Median allein für die Leistung rund CHF 43’000 pro Jahr.

Wie lässt sich der Leistungspreis senken?

Der wirksamste Hebel ist Peak Shaving mit einem Batteriespeicher, gesteuert durch ein Energiemanagementsystem, das das 15-Minuten-Messfenster des Netzbetreibers kennt und vor dem Überschreiten des Zielwerts entlädt. Jedes dauerhaft gekappte Kilowatt spart beim Median-Tarif rund CHF 108 pro Jahr. Ohne Speicher hilft die Lastverschiebung: gestaffelter Anlauf von Kompressoren und Kälteanlagen, Laden der Flotte in der Nacht, Sperrzeiten für Wärmepumpen.

Zwei Grenzen gelten. Bei Netzbetreibern, die den Leistungspreis in den Arbeitspreis einrechnen oder unter CHF 5 pro kW und Jahr verlangen, gibt es nichts zu kappen. Und wer den Lieferanten wechselt, senkt den Energiepreis, nicht das Netznutzungsentgelt: Der Leistungspreis bleibt beim Verteilnetzbetreiber. Konkrete Einsparpotenziale und das Referenzprojekt Kuny AG liefert der Fachartikel Peak Shaving mit Batteriespeicher.