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Ladeinfrastruktur für Gewerbe planen: PV, Speicher & Ladepunkte integriert

Gewerbliche Ladeinfrastruktur als Gesamtsystem: PV-Anlage, Batteriespeicher und Ladepunkte integriert planen. Mit ASTAG-Förderdaten und Hugelshofer-Praxisbeispiel.

E-Mobilitat & Laden

Das Wichtigste in Kürze

6 Min. Lesezeit
  1. Integrierte Systeme aus PV, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur laden Elektroflotten bis zu 40% mit eigenem Solarstrom — Hugelshofer realisiert diesen Wert mit 1'001 kWp und 28 Ladepunkten.
  2. Der Batteriespeicher eliminiert kostspielige Netzausbaumassnahmen: HPC-Schnellladen bis 400 kW DC ist möglich, ohne den Netzanschluss zu erweitern.
  3. Peak-Demand-Spitzen durch simultanes Laden mehrerer Fahrzeuge werden durch das Speichersystem gekappt — das senkt den monatlichen Leistungspreis dauerhaft.
  4. ASTAG-Branchenprogramm (bis 40%, CHF 20 Mio. Budget, 2026-2027) für KMU mit unter 250 Mitarbeitenden. Für Grossbetriebe gilt das KlG-Programm mit bis zu 50% Förderung.

Ladeinfrastruktur isoliert zu planen ist ein teurer Fehler. Wer nur Ladepunkte installiert, ohne die Stromversorgung aus PV-Eigenerzeugung und Batteriespeicher zu integrieren, kauft teuren Netzstrom, zahlt Leistungspreisaufschläge bei simultanen Ladevorgängen und verspielt erhebliches Einsparpotenzial. Das integrierte System aus Photovoltaik, Batteriespeicher und Lademanagement löst alle drei Probleme aus einer Hand.

Das integrierte System: drei Komponenten, ein Ergebnis

Photovoltaik-Anlage

Hallendach oder Truckport-Überdachung liefert die Eigenstrombasis. Überschüsse fliessen direkt in den Batteriespeicher, nicht ins Netz.

Batteriespeicher

Puffert Solarüberschüsse und Ladespitzen. Ermöglicht HPC-Schnellladen bis 400 kW DC, ohne den Netzanschluss zu erweitern.

Ladeinfrastruktur

AC- und DC-Ladepunkte für Flotte und Mitarbeitende. Intelligentes Lastmanagement verhindert Netzüberlastung beim simultanen Laden.

Das Zusammenspiel der drei Komponenten schafft einen geschlossenen Energiekreislauf: Die PV-Anlage produziert tagsüber Solarstrom, der Speicher nimmt Überschüsse auf und gibt sie bei Ladespitzen oder in der Nacht wieder ab. Das Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert alle drei Komponenten in Echtzeit nach Lastprofil, PV-Prognose und Fahrzeugbedarf.

Wirtschaftlichkeit: integriertes System vs. Nur-Ladeinfrastruktur

Nur Ladeinfrastruktur

  • Teurer Netzstrom für jeden Ladevorgang (20-30 Rp./kWh)
  • Simultanes Schnellladen treibt Leistungspreis in die Höhe
  • Netzausbau erforderlich bei HPC-Ladesäulen
  • 0% Solarladung: gesamte Energiemenge vom Netzbetreiber

Integriertes System: PV + Speicher + Ladepunkte

  • Bis zu 40% der Ladeenergie aus eigener PV-Produktion (8-12 Rp./kWh)
  • Batteriespeicher kappt Leistungsspitzen — Leistungspreis dauerhaft gesenkt
  • HPC-Schnellladen bis 400 kW DC ohne Netzausbau möglich
  • Einheitliches Monitoring und Management aus einer Hand
Systemauslegung anfragen
0% 40%
Anteil Solarladung an der Gesamtlademenge (Hugelshofer-Richtwert)

Praxisbeispiel: Hugelshofer Services AG

Das bisher grösste realisierte E-Mobility-Projekt von Ampere Dynamic zeigt, wie das integrierte System in der Logistikpraxis funktioniert. Hugelshofer Services AG betreibt mit 1’001 kWp PV-Anlage, 28 Ladepunkten und 400 kW DC-Schnellladekapazität Europas grösstes E-LKW-Ladepark an einem einzelnen Standort.

Das Ergebnis: 40% der gesamten Ladeenergie stammt aus der eigenen PV-Produktion. Der integrierte Batteriespeicher ermöglicht Schnellladen ohne Netzausbau und kappt die Leistungsspitzen aus simultanen Ladevorgängen. Das Projekt wurde mit dem Swiss Logistics Award 2024 ausgezeichnet.

Mehr zur technischen Umsetzung und den wirtschaftlichen Resultaten: Elektrifizierung der Logistik.

Planungsprozess: von der Analyse zur laufenden Anlage

Lastprofilanalyse und Fahrzeugbedarfsanalyse

Wir analysieren Ihre aktuellen Lastprofile und den geplanten Flottenausbau. Ergebnis: optimale Dimensionierung von PV, Speicher und Ladepunktanzahl für Ihren spezifischen Standort.

Systemdimensionierung und Netzanschluss-Evaluation

Auf Basis der Lastanalyse dimensionieren wir PV-Anlage, Speicherkapazität und Ladeleistung. Wir prüfen den Netzanschluss und zeigen, ob und wie Netzausbau vermieden werden kann.

Förderantragsstellung und Genehmigungen

Wir stellen Förderanträge (ASTAG oder KlG) vor Baubeginn und koordinieren alle nötigen Genehmigungen mit Netzbetreiber und Behörden.

Schlüsselfertige Umsetzung und EMS-Inbetriebnahme

Installation von PV, Speicher und Ladeinfrastruktur mit minimalem Betriebsunterbruch. Inbetriebnahme des EMS inklusive Konfiguration der Ladestrategien und Einweisung des Teams.

Förderung für E-LKW-Ladeinfrastruktur

Zwei Bundesförderprogramme unterstützen die Elektrifizierung gewerblicher Flotten in der Schweiz.

ASTAG-Branchenprogramm E-LKW richtet sich ausschliesslich an KMU mit unter 250 Mitarbeitenden. Das Programm ist bis Dezember 2027 befristet, mit einem Gesamtbudget von CHF 20 Mio. Die Förderung beträgt bis zu 40% der förderfähigen Kosten. Wichtig: Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden, und das Budget wird nach Eingangsreihenfolge vergeben.

KlG (Klimaschutzgesetz) gilt für Betriebe mit 250 oder mehr Mitarbeitenden, die Netto-Null-Fahrpläne vorlegen. Die Förderquote beträgt bis zu 50% der Investitionskosten. Dieses Programm ist nicht auf einen Sektorfonds begrenzt und richtet sich an grössere Logistik- und Industriebetriebe.

Für die PV-Komponente des integrierten Systems gelten die GREIV-Förderungen ab 100 kWp. Details zur Gesamtförderstrategie beschreibt unser Artikel Gewerbespeicher Schweiz sowie die Batteriespeicher-Lösung.