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Solaranlage für Logistikzentren: Von der Dachanlage zum E-Ladepark

Logistikzentren kombinieren Warehouse-Dach-PV, Batteriespeicher und E-LKW-Ladepark zum integrierten Energiesystem. Mit ASTAG/KlG-Förderung und Hugelshofer-Praxisbeispiel.

Industrie-Solar Von Alexander Brendlin, Mitgründer & Geschäftsleitung

Solaranlagen auf Logistikzentren nutzen die grössten unverschatteten Flachdächer der Schweiz mit Flächen von 3'000 bis 15'000 m². Das integrierte System aus Dach-PV, Batteriespeicher und E-LKW-Ladepark liefert bis zu 40% der Ladeenergie aus eigener Produktion, wie die Hugelshofer-Referenz mit 1'001 kWp und 28 Ladepunkten zeigt. Die Ladeinfrastruktur von KMU fördert das ASTAG-Programm mit bis zu 40%; grössere Betriebe mit Netto-Null-Fahrplan können beim BFE ein KlG-Gesuch für neuartige Technologien stellen (bis 50%).

Das Wichtigste in Kürze

8 Min. Lesezeit
  1. Logistikzentren verfügen über die grössten unverschatteten Flachdachflächen der Schweiz: ideale Voraussetzung für grosse PV-Anlagen mit hohem Eigenverbrauchspotenzial.
  2. Das integrierte System aus Dach-PV, Batteriespeicher und E-LKW-Ladepark schafft einen geschlossenen Energiekreislauf: bis zu 40% der Ladeenergie stammt aus eigener PV-Produktion.
  3. ASTAG-Branchenprogramm (bis 40% Förderung, CHF 20 Mio. Budget) für KMU unter 250 Mitarbeitenden. Grössere Betriebe mit Netto-Null-Fahrplan: KlG-Gesuch beim BFE, bis 50% für neuartige Technologien.
  4. Hugelshofer Services AG beweist das Modell im grossen Massstab: 1'001 kWp, 28 Ladepunkte, 400 kW DC und Swiss Logistics Award 2024.

Logistikunternehmen betreiben die grössten Flachdachkomplexe der Schweiz, und die meisten bleiben energetisch ungenutzt. Gleichzeitig schafft die Flottenelektrifizierung einen massiven neuen Strombedarf. Die integrierte Lösung: Warehouse-Dach-PV, Batteriespeicher und E-LKW-Ladepark als Gesamtsystem. Ampere Dynamic realisiert diese Gesamtlösung schlüsselfertig. Mehr dazu auf der Lösungsseite Elektrifizierung der Logistik. Dieser Leitfaden zeigt den Weg vom ersten kWp bis zur vollständigen Flottenelektrifizierung.

Das Dachpotenzial von Logistikzentren

Logistikzentren bieten optimale Voraussetzungen für grosse PV-Anlagen. Die Gründe: Flachdächer zwischen 3’000 und 15’000 m² ohne Gauben oder Kamine, keine Verschattung durch benachbarte Gebäude und ein Tagesbetrieb (Sortierung, Umschlag, Büro), der zeitlich gut mit der Solarproduktion übereinstimmt.

Statisch sind moderne Hallendächer für Standardmodule unproblematisch: Das Eigengewicht der Anlage liegt deutlich unter der Schneelastnorm, und die Flachdachkonstruktion erlaubt die einfache, parallelisierte Installation grosser Modulflächen mit minimalen Gerüstkosten.

Die typische Eigenverbrauchsquote ohne Speicher liegt bei 50-70%, etwas tiefer als in Produktionsbetrieben mit homogenerem Lastprofil, da Logistikbetriebe je nach Schichtmodell grössere Lastsprünge aufweisen. Mit Batteriespeicher und E-LKW-Ladepark sind 70-85% Eigenverbrauch realistisch.

15'000 m² —
Typische Dachfläche grosser Logistikzentren in der Schweiz
40 %
Eigener Ladestrom aus PV (Hugelshofer-Referenz)
199 Projekte
Ampere Dynamic Grossanlagen seit 2020 (Stand 2026-09)

Von der Dachanlage zum integrierten Ladepark

Das integrierte Energiesystem für Logistikzentren besteht aus drei Schichten, die gemeinsam den wirtschaftlichen Hebel entfalten.

Schicht 1: Dach-PV. Die Photovoltaikanlage auf dem Hallendach liefert die Eigenstrombasis für Lagerbeleuchtung, Fördertechnik und Büros. Zwei realisierte Projekte zeigen das Grössenspektrum: Lagerhäuser Aarau mit 1’703 kWp auf 6’024 m² und COTRA Autotransport AG mit 634 kWp auf 3’132 m². Beide Anlagen versorgen tagsüber den laufenden Betrieb direkt mit Solarstrom.

Schicht 2: Batteriespeicher. Der Speicher übernimmt zwei Funktionen: Er kappt Leistungsspitzen aus Kompressorstarts und Fördertechnikläufen (Peak Shaving) und puffert die Ladeenergie für die Elektroflotte. Allein die Reduktion des Leistungspreises spart rund CHF 10’800 pro Jahr je 100 kW gekappter Spitze (Median-Leistungspreis 2026, ElCom).

Schicht 3: E-LKW-Ladepark. DC-Schnellladestationen (150-400 kW) für Elektro-Nutzfahrzeuge werden direkt mit PV-Anlage und Batteriespeicher integriert. Das EMS (Energiemanagementsystem) koordiniert alle drei Schichten in Echtzeit: Wenn die PV-Produktion hoch und der Speicher geladen ist, leitet das EMS den Strom direkt an die Ladesäulen. Bei niedrigem Solarertrag entlädt sich der Speicher in die Ladesäulen. Das Resultat: 40% der Ladeenergie aus eigener Produktion, ohne Netzausbau.

Für die detaillierte Planung der Ladeinfrastruktur empfehlen wir den Leitfaden Ladeinfrastruktur für Gewerbe.

Hugelshofer: einer der grössten E-LKW-Ladeparks Europas

Das Flaggschiffprojekt von Ampere Dynamic illustriert die integrierte Lösung im grossen Massstab. Hugelshofer Services AG betreibt auf dem Dach des Logistikzentrums und dem Truckport eine 1’001 kWp Photovoltaikanlage mit 2’314 Modulen auf 3’526 m². Diese versorgt 28 Ladepunkte mit bis zu 400 kW DC-Schnellladekapazität, genug, um einen 40-Tonner in rund 90 Minuten zu laden.

Das Ergebnis: 40% der gesamten Ladeenergie stammt aus der eigenen PV-Produktion. Das Projekt wurde mit dem Swiss Logistics Award 2024 ausgezeichnet. CEO Martin Lörtscher: “Die Zusammenarbeit war sehr professionell. Wir waren sehr zufrieden.”

Weitere realisierte Logistikprojekte: Lagerhäuser Aarau (1’703 kWp, 6’024 m²) und COTRA Autotransport AG (634 kWp, 3’132 m²).

Förderung für Logistikbetriebe

Für die Ladeinfrastruktur führen zwei Wege über das Klima- und Innovationsgesetz (KlG), für die PV-Anlage gilt die GREIV.

ASTAG-Branchenprogramm richtet sich ausschliesslich an KMU mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Das Programm läuft bis Dezember 2027, das Gesamtbudget beträgt CHF 20 Mio. Die Förderquote beträgt bis zu 40% der förderfähigen Investitionskosten für E-LKW-Ladeinfrastruktur. Das Gesuch muss bewilligt sein, bevor Sie die Kaufverträge für die Hauptkomponenten unterschreiben.

KlG-Gesuch beim BFE steht Betrieben jeder Grösse offen, die einen Netto-Null-Fahrplan vorlegen. Die Förderquote beträgt bis zu 50% der anrechenbaren Kosten, aber nur für neuartige Technologien und Prozesse; ob ein Ladepark dazu zählt, prüft das BFE im Einzelfall. Für grosse Logistik- und Speditionsunternehmen ist es der Weg, wenn das Branchenprogramm nicht greift.

GREIV (Einmalvergütung für die PV-Anlage selbst) beträgt bis zu 30% der Investitionskosten, unabhängig von der Betriebsgrösse.

Einen vollständigen Überblick aller Fördermittel für Industrie und Gewerbe bietet der Fördermittel-Guide 2026.