Glossar
Primärregelleistung (PRL)
Auch bekannt als: PRL, Primärregelung, FCR, Frequency Containment Reserve
Primärregelleistung (PRL) ist die erste Stufe der Regelleistung im Schweizer Stromnetz: Sie stabilisiert die Netzfrequenz automatisch innerhalb von 30 Sekunden nach einer Störung, etwa dem Ausfall eines Kraftwerks. Swissgrid hielt dafür 2025 im Jahresmittel rund 70 MW vor, ab 2026 sind es 80 MW (ElCom). Das Mindestgebot liegt bei 1 MW; kleinere Anlagen nehmen über ein Pooling teil. Batteriespeicher eignen sich für dieses Produkt, weil sie ihre Leistung ohne Anfahrzeit in beide Richtungen ändern können.
Die Primärregelleistung reagiert direkt auf die Netzfrequenz: Sinkt sie unter 50 Hz, speisen die beteiligten Anlagen mehr ein; steigt sie, nehmen sie Leistung zurück. Die Reaktion erfolgt lokal und ohne Signal von Swissgrid, die Vorhaltung ist symmetrisch in beide Richtungen. Nach 30 Sekunden übernimmt die Sekundärregelleistung (Swissgrid Balancing Roadmap).
Für Betriebe ist PRL selten der erste Einstieg in den Regelenergiemarkt: Das Volumen ist mit rund 70 MW klein, und die Vorhaltung setzt eine Batterie voraus, die dauerhaft in beide Richtungen verfügbar bleibt. Häufiger kombinieren Speicher die Sekundärregelleistung mit Peak Shaving und Eigenverbrauch.
Welche der drei Stufen für Ihre Anlage in Frage kommt und was der Markt dafür zahlt, erklärt der Fachartikel Regelenergie mit Batteriespeicher. Der Marktzugang läuft über ein Pooling.