Glossar
Regelenergie
Auch bekannt als: Regelleistung, Balancing, Regelreserve
Regelenergie ist die Energie, die Swissgrid als Übertragungsnetzbetreiberin kurzfristig abruft, um Erzeugung und Verbrauch im Schweizer Stromnetz jederzeit im Gleichgewicht zu halten. Sie wird in drei Stufen bereitgestellt: Primärregelleistung innerhalb von 30 Sekunden, Sekundärregelleistung innerhalb von 5 Minuten und Tertiärregelleistung bei Ungleichgewichten über 15 Minuten. 2025 wurden in der Schweiz rund 1'160 GWh Regelenergie aktiviert, gegenüber rund 700 GWh im Jahr 2020 (ElCom). Anbieter erhalten eine Vergütung für die Vorhaltung der Leistung und für die abgerufene Energie.
Regelleistung bezeichnet die vorgehaltene Leistung in MW, Regelenergie die tatsächlich abgerufene Energie in MWh. Swissgrid beschafft beides in Ausschreibungen und vergütet Anbieter für die Vorhaltung in CHF pro MW und für den Abruf in EUR pro MWh. 2025 kostete die Vorhaltung von Sekundärregelleistung im Mittel rund CHF 70’000 pro MW und Jahr (ElCom).
Der Bedarf entsteht, weil Elektrizitätswerke ihren Strom im Voraus in Bilanzgruppen beschaffen und der reale Verbrauch vom Fahrplan abweicht. Mit jeder neuen PV-Anlage wachsen die Prognosefehler, und damit die abgerufene Ausgleichsenergie. Batteriespeicher liefern Regelleistung ohne Anfahrzeit und sind deshalb für alle drei Stufen geeignet.
Wie ein Batteriespeicher am Regelenergiemarkt Zusatzerlöse erzielt und welche Kennzahlen Standortstudien zeigen, erklärt der Fachartikel Regelenergie mit Batteriespeicher. Die Vermarktung über ein Pooling ist Teil unserer Lösung Energievermarktung.