Photovoltaik für Industrie und Produktionsbetriebe ist wirtschaftlich, weil der Strombedarf von Maschinen, Kompressoren und Förderanlagen tagsüber anfällt, wenn die Anlage auf dem Hallendach produziert. Tagschichtbetriebe erreichen ohne Zusatzmassnahmen 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch, mit Batteriespeicher und ZEV 70 bis 90 Prozent. Mit der GREIV-Förderung von bis zu 30 Prozent der Referenzkosten (Pronovo) amortisiert sich eine Industrieanlage ab 100 kWp in der Regel in 4 bis 6 Jahren.
Das Wichtigste in Kürze
8 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
8 Min. Lesezeit- Lastprofil passt zur SonneProduktionsbetriebe mit Tagschicht verbrauchen 60 bis 70 Prozent des Solarstroms direkt; Bürogebäude kommen auf 20 bis 40 Prozent.
- Amortisation in 4 bis 6 JahrenMit GREIV-Förderung von bis zu 30 Prozent der Referenzkosten und hohem Eigenverbrauch, bei Jahresverbrauch über 500'000 kWh.
- BACHMANN GROUP: 96 Prozent Eigenverbrauch2'809 kWp auf 10'800 m² Hallendach in einer Verpackungsproduktion im Dreischichtbetrieb, geplant und gebaut von Ampere Dynamic.
- Lastganganalyse zuerstZwölf Monate Verbrauchsdaten im 15-Minuten-Raster zeigen, ob und wie gross die Anlage sein sollte. Ergebnis in 4 bis 6 Wochen.
Photovoltaik für Industrie und Produktionsbetriebe rechnet sich aus einem einfachen Grund: Der Strom wird gebraucht, wenn er entsteht. Maschinen, Kompressoren, Förderanlagen und Druckluft laufen zwischen 6 und 18 Uhr, die Anlage auf dem Hallendach liefert zwischen 8 und 17 Uhr. Wo Bürogebäude und Handel den Solarstrom zu einem grossen Teil einspeisen müssen, verbraucht ein Produktionsbetrieb ihn selbst, und genau dieser Eigenverbrauch entscheidet über die Amortisation. Dieser Artikel zeigt die Zahlen für eine 500-kWp-Anlage, die Förderung und den Weg von der Lastganganalyse zur laufenden Anlage.
Warum eignet sich Photovoltaik für Industriebetriebe besonders?
Eigenverbrauch ist der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage. Je mehr selbst erzeugter Strom direkt im Betrieb verbraucht wird, desto weniger Netzbezug und desto kürzer die Amortisation.
Produktionsbetriebe mit Tagschicht erzielen ohne zusätzliche Massnahmen typischerweise 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch (Auswertung realisierter Projekte von Ampere Dynamic). Der Grund: Maschinen, Kompressoren, Förderanlagen und Beleuchtung laufen während der Produktionszeiten von 6 bis 18 Uhr, wenn die Solaranlage auf dem Hallendach ihre höchste Leistung erbringt. Netzbezug fällt vor allem in den Abend- und Nachtstunden an, wenn keine Produktion läuft und die Anlage ohnehin nichts produziert.
Ein Bürogebäude zeigt ein anderes Muster: Kühlung und Beleuchtung erzeugen tagsüber eine gewisse Grundlast, der Verbrauch am Abend und am Wochenende fehlt aber als Abnehmer. Das drückt die Eigenverbrauchsquote auf 20 bis 40 Prozent und verlängert die Amortisation erheblich.
Produktionsbetrieb und Bürogebäude im Vergleich
| Merkmal | Typisches Bürogebäude | Produktionsbetrieb |
|---|---|---|
| Strombezug tagsüber (Hauptproduktionszeit) | Nein | Ja |
| Eigenverbrauchsquote ohne Optimierung: 60 bis 70 Prozent | Nein | Ja |
| Grossdachfläche für 100 bis 500+ kWp verfügbar | Nein | Ja |
| Lastspitzen durch Maschinen (Peak-Shaving-Potenzial) | Nein | Ja |
| Amortisation unter 6 Jahren realistisch | Nein | Ja |
Dazu kommen die Flächenvorteile: Industriehallen haben grosse, meist unverschattete Flachdächer, die sich für Anlagen ab 100 kWp bis in den MWp-Bereich eignen. Ampere Dynamic plant herstellerunabhängig und passt die Modulauswahl an Statik und Dachaufbau an, auch bei Leichtbaudächern. Der Preisunterschied zwischen selbst produziertem Strom zu 8 bis 12 Rp./kWh und Netzstrom zu 20 bis 30 Rp./kWh (Gesamttarif für Gewerbekunden der ElCom-Kategorie C4 2026: 23.66 Rp./kWh im Median, ElCom Strompreis-Übersicht) schafft dauerhaft planbare Einsparungen.
Was kostet Photovoltaik für Industrie und wann amortisiert sie sich?
Die Wirtschaftlichkeit einer Industrieanlage hängt von drei Faktoren ab: Investition, erzielbarer Eigenverbrauch und Förderung. Für eine 500-kWp-Anlage sieht die Rechnung so aus.
Investitionsrahmen: CHF 600’000 bis 900’000, also CHF 1’200 bis 1’800 pro kWp (Erfahrungswerte Ampere Dynamic, Projekte 2024 bis 2026). Die Bandbreite erklärt sich durch Dachzustand, Statik, Netzanschluss und Wechselrichterauswahl.
Förderung: Die GREIV (Grosse Einmalvergütung) übernimmt bis zu 30 Prozent der Investitionskosten einer Referenzanlage für Neuanlagen ab 100 kWp; den Betrag berechnet Pronovo projektbezogen (Pronovo, Häufige Fragen zur Einmalvergütung). Bei einem 500-kWp-Projekt entspricht das einem Fördervolumen von CHF 180’000 bis 270’000, je nach Systemtyp und Boni.
Jahreseinsparung: Eine 500-kWp-Anlage produziert im Mittelland rund 500’000 kWh pro Jahr. Bei einem Eigenverbrauch von 70 bis 90 Prozent (mit Batteriespeicher und Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz ZEV) werden 350’000 bis 450’000 kWh direkt verbraucht. Der Einspareffekt: Netzstromkosten von 20 bis 30 Rp./kWh werden durch Eigenproduktion zu 8 bis 12 Rp./kWh ersetzt. Das ergibt Jahreseinsparungen von CHF 40’000 bis 110’000.
Für Projekte von Ampere Dynamic zeigt die interne Auswertung: Bei Produktionsbetrieben mit Tagschicht und Jahresverbrauch über 500’000 kWh liegt die Amortisation in aller Regel zwischen 4 und 6 Jahren. Die Anlage schreibt sich durch die laufenden Einsparungen selbst ab, lange bevor die Modulgarantie von 25 und mehr Jahren ausläuft.
Mehr zu Förderprogrammen, Boni und Finanzierungsoptionen: Photovoltaik-Lösung und Fördermittel-Guide 2026.
Wie viel Eigenverbrauch erreicht ein Produktionsbetrieb? Das Beispiel BACHMANN GROUP
Das überzeugendste Argument für Photovoltaik in der Industrie liefert das Projekt BACHMANN GROUP.
Die BACHMANN GROUP betreibt Verpackungsproduktion rund um die Uhr. Die Anlage umfasst 2’809 kWp, installiert auf 10’800 m² Dachfläche mit 5’163 Modulen. Das Ergebnis nach Inbetriebnahme: 96 Prozent Eigenverbrauch (Projektdaten Ampere Dynamic). Nahezu die gesamte erzeugte Solarenergie wird direkt in der Produktion verbraucht, ohne ins Netz eingespeist zu werden. Der Grund liegt im Dreischichtbetrieb: Die Maschinen laufen auch nachts.
Als weiteres Beispiel: Die Balteschwiler AG betreibt eine Anlage mit 3’091 kWp (8’036 Module, 15’437 m²) und erzeugt rund 3’030 MWh pro Jahr. Das Projekt zeigt, dass Schweizer Industriedächer Anlagen im MWp-Bereich aufnehmen können.
Beide Projekte hat Ampere Dynamic geplant und gebaut: von der Lastganganalyse über Planung und Förderantrag bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Ampere Dynamic hat seit Gründung 2020 196 Grossanlagen mit einer Gesamtleistung von 53.3 MWp (Stand 2026-09) realisiert.
Wie läuft die Umsetzung ab?
Der Weg von der ersten Überlegung bis zur laufenden Anlage ist strukturiert und planbar. Ampere Dynamic begleitet Produktionsbetriebe durch alle vier Phasen.
Umsetzungsfahrplan: von der Analyse zur laufenden Anlage
Lastganganalyse und Machbarkeitsstudie
Wir analysieren Ihren Lastgang, die Dachfläche und die Wirtschaftlichkeit. Ergebnis in 4 bis 6 Wochen.
Planung und Engineering
Anlagenplanung durch Ihr Ingenieurteam, inklusive Förderantrag bei Pronovo. Modulauswahl herstellerunabhängig, Netzanschlussgesuch und Baubewilligung inklusive.
Installation und Inbetriebnahme
Schlüsselfertige Übergabe, auf Zeit und Budget, mit minimalem Betriebsunterbruch. Ihr Produktionsbetrieb läuft während der Installation weiter.
Service und Ertragssicherung
Permanentes Monitoring, Wartung und Eigenverbrauchsoptimierung für 20 und mehr Jahre Planungssicherheit. Reaktionszeit bei kritischen Störungen: 2 Arbeitstage.
Die Entscheidung für eine Solaranlage beginnt mit einer Frage: Passt Ihr Lastgang? Diese Frage beantwortet Ampere Dynamic in einer Vorabanalyse in 4 bis 6 Wochen. Schicken Sie uns Ihre Verbrauchsdaten der letzten zwölf Monate und eine Dachabmessung; wir zeigen Ihnen, welche Anlage wirtschaftlich sinnvoll ist, was die GREIV für Ihr Projekt bedeutet und wie hoch Ihre Einsparungen realistisch ausfallen. Branchenspezifische Vertiefungen: Solaranlagen für Logistikzentren und Solaranlagen für die Lebensmittelindustrie. Den Projektablauf Schritt für Schritt, mit Speicher, Ladeinfrastruktur und Checkliste, beschreibt der Leitfaden Photovoltaik-Anlage für Industriegebäude planen.