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Wie Sie eine Photovoltaik-Anlage für Ihr Industriegebäude planen: Schritte von Wirtschaftlichkeitsanalyse bis Betrieb

Photovoltaik-Anlage für Industrie- und Gewerbegebäude in der Schweiz planen: Wirtschaftlichkeitsrechnung für 500 kWp, Batteriespeicher und E-LKW-Laden gegen Lastspitzen, GREIV und kantonale Förderung 2026, sechs Projektschritte von der Vorstudie bis zum Betrieb, Checkliste für Entscheidträger, Fallstudie MAN Truck & Bus Ottelfingen.

Industrie-Solar Von Alexander Brendlin, Mitgründer & Geschäftsleitung 11 Min. Lesezeit

Eine Photovoltaik-Anlage für ein Industriegebäude wird vom Lastgang her geplant, nicht von der Dachfläche: Zwölf Monate Verbrauchsdaten im 15-Minuten-Raster bestimmen Anlagengrösse, Eigenverbrauch und Amortisation. Eine 500-kWp-Anlage kostet CHF 600'000 bis 900'000, die GREIV von Pronovo übernimmt bis zu 30 Prozent der Referenzkosten, und bei 70 bis 90 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sie sich in 4 bis 6 Jahren. Batteriespeicher und E-LKW-Ladeinfrastruktur erhöhen den Eigenverbrauch und kappen Lastspitzen; von der Vorstudie bis zur Inbetriebnahme dauert es 6 bis 12 Monate.

Das Wichtigste in Kürze

11 Min. Lesezeit
  1. Lastgang vor DachflächeZwölf Monate Verbrauchsdaten im 15-Minuten-Raster legen Anlagengrösse und Eigenverbrauch fest. Ab 200'000 kWh Jahresverbrauch und 100 kWp Dachpotenzial lohnt sich die Prüfung.
  2. 500 kWp: CHF 600'000 bis 900'000Nach GREIV-Förderung von bis zu 30 Prozent bleiben CHF 420'000 bis 630'000. Bei 70 bis 90 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sich die Anlage in 4 bis 6 Jahren.
  3. Speicher und E-LKW glätten LastspitzenDie beanspruchte Netzleistung kostet 2026 im Median CHF 108 pro kW und Jahr (ElCom). Ein Batteriespeicher kappt die Spitze, ein Lademanagement lädt E-LKW mit Solarstrom, ohne den Netzanschluss zu erweitern.
  4. Sechs Schritte, 6 bis 12 MonateVon der Vorstudie über Netzanschlussgesuch und Pronovo-Anmeldung bis zu Bau, Inbetriebnahme und Betrieb. MAN Truck & Bus Schweiz zeigt den Ablauf mit 383 kWp und E-LKW-Schnellladung.

Eine Photovoltaik-Anlage auf einem Industriegebäude ist eine Investition im sechs- bis siebenstelligen Bereich, die 25 Jahre und länger läuft. Über ihre Wirtschaftlichkeit entscheidet die Planung, nicht die Montage: Wer die Anlage auf den Stromverbrauch des Betriebs auslegt, statt das Dach vollzulegen, verkürzt die Amortisation um Jahre. Dieser Leitfaden führt durch die sechs Schritte von der Wirtschaftlichkeitsanalyse bis zum Betrieb, mit den Zahlen für eine 500-kWp-Anlage, den Förderungen 2026 und einer Fallstudie aus Ottelfingen.

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage auf einem Industriegebäude?

Eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich, wenn der Betrieb den Strom dann braucht, wenn die Anlage ihn produziert. Massgebend ist der Lastgang, nicht die Dachfläche.

Der Lastgang zeigt im 15-Minuten-Raster, wann und wie viel Strom ein Standort bezieht. Produktionsbetriebe mit Tagschicht erreichen ohne Zusatzmassnahmen 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch, weil Maschinen, Kompressoren und Kälteanlagen zwischen 6 und 18 Uhr laufen, wenn die Anlage auf dem Hallendach ihre höchste Leistung liefert (Auswertung realisierter Projekte von Ampere Dynamic). Bürogebäude ohne Wochenendbetrieb kommen auf 20 bis 40 Prozent und speisen den Rest zu 3 bis 14 Rp./kWh ein.

Drei Kennzahlen entscheiden, ob sich eine Prüfung lohnt: ein Jahresverbrauch ab 200’000 kWh, eine zusammenhängende Dachfläche für mindestens 100 kWp (je nach Modul rund 5 bis 6 m² pro kWp, Projektdaten Ampere Dynamic) und ein Netzanschluss mit Reserve für Einspeisung oder Lastmanagement. Dazu kommt die Preisschere: Selbst produzierter Solarstrom kostet 8 bis 12 Rp./kWh, Netzstrom für Gewerbekunden 20 bis 30 Rp./kWh. Der Gesamttarif der ElCom-Kategorie C4 stieg von 17.62 Rp./kWh im Jahr 2021 auf 23.66 Rp./kWh im Jahr 2026, ein Plus von 34 Prozent (ElCom Strompreis-Übersicht).

Für Neubauten stellt sich die Frage ohnehin nicht mehr: Art. 45a EnG verlangt seit 2022 bei Neubauten mit mehr als 300 m² anrechenbarer Dach- oder Fassadenfläche eine Solaranlage. Was die Solarpflicht für Gewerbe bedeutet, erklärt der Artikel Solarpflicht und 70-Prozent-Einspeiseregel 2026.

Was kostet eine 500-kWp-Anlage und wann amortisiert sie sich?

Für eine 500-kWp-Anlage auf einem Hallendach im Mittelland sieht die Rechnung so aus (Erfahrungswerte Ampere Dynamic, Projekte 2024 bis 2026).

Investition: CHF 600’000 bis 900’000, also CHF 1’200 bis 1’800 pro kWp. Die Bandbreite erklären Dachzustand, Statik, Netzanschluss und Wechselrichterwahl. Bei Bestandsbauten kommen Positionen dazu, die in Offerten oft fehlen: ein Transformator-Upgrade mit CHF 20’000 bis 80’000, die Integration in den Blitzschutz mit CHF 5’000 bis 15’000, eine Teilsanierung des Dachs. Die vollständige Kostenaufstellung steht im Artikel Die wahren Kosten einer Industrie-Solaranlage.

Förderung: Die GREIV (Grosse Einmalvergütung) von Pronovo übernimmt bis zu 30 Prozent der Investitionskosten einer Referenzanlage. Bei 500 kWp sind das CHF 180’000 bis 270’000, je nach Systemtyp und Boni. Die Nettoinvestition sinkt auf CHF 420’000 bis 630’000.

Produktion und Einsparung: Eine 500-kWp-Anlage produziert im Mittelland rund 500’000 kWh pro Jahr, bei einem Standardertrag von 1’000 kWh pro kWp. Bei 70 bis 90 Prozent Eigenverbrauch ersetzen 350’000 bis 450’000 kWh Netzstrom zu 20 bis 30 Rp./kWh durch Solarstrom zu 8 bis 12 Rp./kWh. Das ergibt CHF 40’000 bis 110’000 Einsparung pro Jahr. Der Überschuss von 50’000 bis 150’000 kWh geht zum Referenzmarktpreis ins Netz, 2026 quartalsweise 3 bis 14 Rp./kWh, also CHF 1’500 bis 21’000 pro Jahr.

Betriebskosten: CHF 3’000 bis 8’000 pro Jahr für Monitoring, Wartung und Reinigung. In der Bilanz sind sie eine Versicherung: Ein unerkannter Wechselrichterausfall kostet in einem Sommermonat mehr Ertrag als ein Jahr Betriebsführung.

Amortisation: 4 bis 6 Jahre netto nach GREIV. Danach liefert die Anlage 20 und mehr Jahre nahezu kostenlosen Strom, weil die Modulgarantie von 25 und mehr Jahren die Amortisationszeit um ein Vielfaches übersteigt.

Konservativ gerechnet heisst: mit dem lokalen Tarif, dem gemessenen Lastgang und der tatsächlichen Dachneigung, nicht mit Prospektwerten. Genau das leistet die Vorstudie, die Ampere Dynamic 4 bis 6 Wochen nach Erhalt der Verbrauchsdaten vorlegt.

Wie Batteriespeicher und E-LKW-Laden den Eigenverbrauch erhöhen und Lastspitzen glätten

Ein Batteriespeicher und eine Ladeinfrastruktur für E-LKW machen aus der Dachanlage ein Energiesystem. Beide verschieben Verbrauch in die Produktionsstunden und senken die teuerste Position der Stromrechnung: die Leistungsspitze.

Der Leistungspreis bemisst sich am höchsten 15-Minuten-Mittelwert des Monats. 2026 kostet er für einen Betrieb mit 400 kW Anschlussleistung im Median CHF 108 pro kW und Jahr, die Spannweite über 286 Netzbetreiber reicht von CHF 27 bis 245 (ElCom-Tarifdaten, Profil C6). Peak Shaving mit einem Batteriespeicher entlädt bei drohender Spitze und senkt diesen Mittelwert; 100 kW weniger Spitze entsprechen beim Mediantarif rund CHF 10’800 pro Jahr. Ampere Dynamic modelliert für Betriebe ab 300 kW Spitzenlast CHF 15’000 bis 40’000 pro Jahr. Die Kuny AG in Küttigen betreibt seit 2022 eine 633-kWp-Anlage und ergänzt sie 2026 mit einem Outdoor-Speicher von 250 kW und 522 kWh, ausgelegt auf Peak Shaving und Eigenverbrauch, in freien Zeitfenstern auf Systemdienstleistungen; die Amortisation liegt bei rund 5 Jahren (Projektdaten Ampere Dynamic). Die Mechanik im Detail: Peak Shaving mit Batteriespeicher.

E-LKW verschärfen das Problem der Lastspitze und lösen es zugleich. 28 Ladepunkte mit 400 kW ergäben rechnerisch über 11 MW Anschlussleistung; ein Energiemanagementsystem koordiniert Ladeleistung, PV-Produktion und vereinbarte Anschlussleistung und hält den Bezug auf der bestehenden Kapazität. Die Fahrzeugbatterien werden dabei zum Abnehmer für den Mittagsüberschuss. Hugelshofer Services lädt so 28 E-LKW mit 40 Prozent Solarstrom (Projektdaten Ampere Dynamic, realisiert mit Partnern). Da die Betriebskosten eines E-LKW 3 bis 5 Mal tiefer liegen als die eines Diesels (TCS, ADAC), zahlt der Fuhrpark die Anlage mit. Wie sich Netzanschluss, Depotladen und Speicher auslegen lassen, zeigt der Artikel E-LKW-Ladeinfrastruktur planen.

PV-Anlage allein oder als System mit Speicher und Ladeinfrastruktur

Merkmal PV-Anlage allein PV mit Speicher und E-LKW-Laden
Eigenverbrauch 60 bis 70 Prozent bei Tagschicht 70 bis 90 Prozent
Lastspitzen Unverändert, Leistungspreis in voller Höhe Gekappt: CHF 15'000 bis 40'000 pro Jahr weniger ab 300 kW Spitzenlast (Modellrechnung Ampere Dynamic)
Netzanschluss Ausbau ab rund 300 kWp bei schwachem Verteilnetz möglich Lastmanagement hält den Bezug auf der vereinbarten Anschlussleistung
Mittagsüberschuss Einspeisung zu 3 bis 14 Rp./kWh Speicher und Fahrzeugbatterien nehmen ihn auf
Zusatzerlöse Keine Systemdienstleistungen in freien Zeitfenstern (Kuny AG)
Amortisation 4 bis 6 Jahre PV 4 bis 6 Jahre, Speicher rund 5 Jahre (Kuny AG)

Ob Speicher und Ladeinfrastruktur in die erste Ausbaustufe gehören oder vorbereitet werden, entscheidet die Vorstudie: Reserveabgänge in der Hauptverteilung und freie Wechselrichtereingänge kosten bei der Erstinstallation wenig und ersparen später einen zweiten Baustellenbetrieb. Die Lösungsseiten Batteriespeicher und Elektrifizierung der Logistik beschreiben die Bausteine.

Wie MAN Truck & Bus Schweiz AG in Ottelfingen PV und E-LKW-Laden aus einer Hand erhielt

MAN Truck & Bus Schweiz AG wollte am Hauptstandort in Ottelfingen Elektro-Nutzfahrzeuge laden und die Investition durch maximalen Eigenverbrauch tief halten. Ampere Dynamic übernahm als Totalunternehmer die gesamte Lösung.

Der Auftrag umfasste beide Seiten des Zählers. Auf der AC-Seite die Elektroplanung, neue Schaltanlagen und die Koordination mit dem Netzbetreiber, mit allen Vorkehrungen für einen späteren Ausbau des Ladeparks. Auf der DC-Seite eine Photovoltaik-Anlage mit 383 kWp und rund 383 MWh Jahresproduktion, eine Schnellladestation für E-LKW und ein Energiemanagementsystem, das den Energiefluss zwischen Netzanschluss, Eigenproduktion, Verbrauch und Ladeinfrastruktur steuert und Lastspitzen reduziert.

Vor der Auslegung standen Bestandsaufnahme und Netzabklärung: Lastdaten, gleichzeitigkeitsbedingte Mehrleistung und alle Messpunkte wurden gesamthaft analysiert. Das Ergebnis dieser Vorarbeit: Auf eine sofortige Erhöhung des Netzanschlusses konnte verzichtet werden. Die Hauptverteilung ist auf 1’000 A ausgelegt und bietet Reserveabgänge, freie Eingänge an den Wechselrichtern erlauben die Erweiterung der Anlage ohne Ersatz der Elektrik. Die Anlage reduziert Lastspitzen im laufenden Betrieb und lädt die Fahrzeuge während der Standzeiten mit eigenem Strom (Referenz MAN Truck & Bus).

Das Projekt zeigt, was «aus einer Hand» bei einer Photovoltaik-Anlage bedeutet: ein Vertragspartner für Elektroplanung, PV, Ladeinfrastruktur und Steuerung, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über das Gesamtsystem statt drei Offerten, die einander die Anschlussleistung streitig machen. Ampere Dynamic hat seit der Gründung 2020 196 Grossanlagen mit 53.3 MWp realisiert (Stand 2026-09), darunter die 3’091 kWp der Balteschwiler AG als grösste Dachanlage im Kanton Aargau.

Förderung und Finanzierung in der Schweiz 2026

Die Förderung kommt aus drei Ebenen: Bund, Kanton und Branchenprogramme für Ladeinfrastruktur. Alle drei setzen den Antrag vor Baubeginn voraus.

Bund (Pronovo): Die GREIV gilt für Anlagen von 100 kWp bis 50 MWp und deckt maximal 30 Prozent der Referenzkosten; den Betrag berechnet Pronovo projektbezogen. Seit dem 1. Januar 2025 kommen Boni dazu: CHF 200 pro kW für angebaute und freistehende, CHF 400 pro kW für integrierte Anlagen, CHF 250 pro kW für Parkplatzüberdachungen ab 100 kWp. Anlagen ab 100 kWp, die im Winterhalbjahr mehr als 500 kWh pro kW liefern, erhalten zusätzlich den Winterstrombonus, relevant für Fassaden und steil aufgeständerte Module. Die Prüfung dauert bei grossen Anlagen 12 bis 24 Monate zwischen Abschlussdokumentation und Auszahlung (Pronovo, Häufige Fragen zur Einmalvergütung).

Kantone: Luzern legt 20 Prozent auf die Bundes-Einmalvergütung, Graubünden zahlt CHF 300 pro kWp für Fassadenanlagen, Basel-Stadt CHF 100 pro m² Dachanlage, Thurgau CHF 1’000 pauschal für Speicher ab 10 kWh. Die Programme sind mit der GREIV kombinierbar; die aktuelle Übersicht steht im Fördermittel-Guide 2026.

Ladeinfrastruktur: Das Branchenprogramm «in charge» von ASTAG und BFE fördert seit dem 1. Januar 2026 KMU des Strassentransports mit weniger als 250 Mitarbeitenden mit bis zu 40 Prozent der Kosten für Machbarkeitsstudie, Netzanschluss, Zuleitung und Ladeeinrichtung, mit Innovationsbonus bis 50 Prozent. Budget CHF 20 Mio., Eingabe bis Ende 2027, Vergabe nach Eingang (in charge, Programmseite).

Finanzierung: Drei Modelle sind üblich. Der Kauf aus Eigenmitteln (bei Ampere-Dynamic-Projekten CHF 200’000 bis über 2 Mio.) bringt die volle Einsparung und die Förderung dem Betrieb. Beim Leasing liegen die Raten bei gut dimensionierten Anlagen unter der Stromeinsparung, die Bilanz bleibt frei. Beim Contracting investiert ein Dritter und der Betrieb kauft den Solarstrom zu einem fixen Preis, ohne Kapitalbindung und ohne Eigentum an der Anlage. Welches Modell zu welcher Bilanz passt, vergleicht der Artikel Contracting, Kauf oder Leasing; die Optionen im Überblick: Finanzierung für Solaranlagen.

Welche sechs Schritte führen von der Vorstudie bis zum Betrieb?

Der Weg von der ersten Abklärung bis zur laufenden Anlage dauert 6 bis 12 Monate (Projekterfahrung Ampere Dynamic). Jeder Schritt liefert ein Ergebnis, das den nächsten freigibt.

Projektfahrplan für eine Photovoltaik-Anlage auf einem Industriegebäude

Vorstudie und Wirtschaftlichkeitsanalyse

Lastganganalyse über zwölf Monate, Dachstatik und Dachalter, Netzanschlussabklärung beim Verteilnetzbetreiber, Förderabklärung bei Pronovo und Wirtschaftlichkeitsrechnung für PV, Speicher und Ladeinfrastruktur.

  • Ergebnis 4 bis 6 Wochen nach Erhalt der Verbrauchsdaten
  • Entscheid: Anlagengrösse, Speicher und Ladeinfrastruktur in der ersten oder einer späteren Ausbaustufe

Planung und Engineering

Anlagenlayout, Modul- und Wechselrichterwahl herstellerunabhängig, Statiknachweis, Speicher- und Ladekonzept, Steuerungskonzept für das Energiemanagementsystem.

  • Auslegung auf den Lastgang, nicht auf die Dachfläche
  • Leichtbaumodule, wo die Statik Standardmodule nicht trägt

Bewilligung, Netzanschluss, Förderung

Registrierung der GREIV im Pronovo-Portal, Anschlussgesuch und Installationsanzeige beim Netzbetreiber, Planvorlage beim ESTI für Anlagen über 30 kVA, Baubewilligung bei der Gemeinde.

  • Der Netzbetreiber prüft das Gesuch in der Regel innert 30 Tagen (Swissolar)
  • Alle Förderanträge vor Baubeginn

Ausschreibung und Vergabe

Leistungsverzeichnis, das Offerten vergleichbar macht, Prüfung von Nachträgen und Terminplan. Alternativ vergibt die Bauherrschaft das Gesamtsystem schlüsselfertig an einen Totalunternehmer.

  • Bauherrenvertretung, wenn die Bauherrschaft die Verträge selbst halten will

Bau und Inbetriebnahme

Montage bei laufendem Betrieb, Abnahme mit Anlagendokumentation nach EN 62446-1, Mess- und Prüfprotokoll, Fertigstellungsmeldung an Pronovo, Parametrierung von Speicher und Lademanagement.

  • Kein Betriebsunterbruch: Die Produktion läuft während der Installation weiter

Betrieb und Wartung

Monitoring mit Störungsmeldung, Reinigung, Eigenverbrauchsoptimierung und Nachführung der Steuerung, wenn Fuhrpark oder Produktion wachsen.

  • Reaktionszeit bei kritischen Störungen: 2 Arbeitstage
  • Verschmutzung kostet in Mitteleuropa 3 bis 4 Prozent Ertrag pro Jahr, ohne Reinigung über 10 Prozent (BSW, Fraunhofer ISE)

Die Fristen in Schritt 3 stammen aus der Swissolar-Publikation zu Planung, Realisierung und Betrieb von PV-Anlagen (Swissolar, Abläufe bei Planung, Realisierung und Betrieb von PV-Anlagen, 2018). Ob ein Totalunternehmer oder eine Bauherrenvertretung das richtige Modell ist, erklärt der Artikel Bauherrenvertretung für Photovoltaik; was der Betrieb an Hagel, Verschmutzung und Performance-Überwachung verlangt, der Artikel PV-Anlage warten. Ampere Dynamic deckt alle sechs Schritte ab, von der Vorstudie über Projektierung und Bau bis zu Service und Betrieb.

Sieben Punkte sollten vor der Offertanfrage geklärt sein. Wer sie mitbringt, erhält vergleichbare Offerten und eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Checkliste für Entscheidträger

  • Lastgang der letzten zwölf Monate

    15-Minuten-Werte vom Netzbetreiber oder aus dem Smart Meter. Ohne sie ist jede Eigenverbrauchsquote eine Schätzung.

  • Dachalter, Dachaufbau, Statikreserve

    Ein 15 bis 20 Jahre altes Flachdach wird vor der Anlage saniert, nicht danach. Die Statikreserve entscheidet zwischen Standard- und Leichtbaumodulen.

  • Anschlussleistung und Leistungspreis

    Vereinbarte Anschlussleistung, gemessene Spitze und der Leistungspreis des Netzbetreibers in CHF pro kW und Jahr. Daraus folgt, ob ein Speicher zur Rechnung gehört.

  • Fuhrpark- und Standortplanung auf fünf Jahre

    Anzahl E-LKW, Standzeiten im Depot, geplante Produktionserweiterungen. Reserven in Hauptverteilung und Wechselrichtern werden jetzt eingeplant.

  • Förderfristen und Antragswege

    GREIV bei Pronovo, kantonales Programm, «in charge» für Ladeinfrastruktur. Alle vor Baubeginn, mit Zuständigkeit im Betrieb.

  • Finanzierungsmodell und Bilanzwirkung

    Kauf, Leasing oder Contracting. Der Entscheid beeinflusst, wer Förderung und Einsparung erhält und wer die Anlage in der Bilanz führt.

  • Betriebskonzept nach der Abnahme

    Wer überwacht, wer reagiert, wer reinigt. Ein Servicevertrag mit Reaktionszeit sichert den Ertrag über 25 Jahre.

Für den ersten Schritt braucht es die Verbrauchsdaten der letzten zwölf Monate und eine Dachabmessung. Daraus entsteht in 4 bis 6 Wochen die Antwort auf die eine Frage, die vor allen anderen steht: Welche Photovoltaik-Anlage ist für dieses Gebäude und diesen Lastgang wirtschaftlich, und mit welcher Amortisation.

Häufige Fragen zur Planung einer Photovoltaik-Anlage

Was kostet eine Photovoltaik-Anlage für ein Industriegebäude?

Ampere Dynamic rechnet für Industriedächer mit CHF 1'200 bis 1'800 pro kWp (Erfahrungswerte aus Projekten 2024 bis 2026). Eine 500-kWp-Anlage kostet damit CHF 600'000 bis 900'000; nach der GREIV-Förderung von bis zu 30 Prozent der Referenzkosten bleiben CHF 420'000 bis 630'000. Dazu kommen CHF 3'000 bis 8'000 pro Jahr für Monitoring, Wartung und Reinigung. Die Bandbreite erklären Dachzustand, Statik, Netzanschluss und Wechselrichterwahl.

Wie lange dauert die Planung und der Bau einer Photovoltaik-Anlage auf einem Industriegebäude?

Von der ersten Abklärung bis zur Inbetriebnahme dauert es 6 bis 12 Monate (Projekterfahrung Ampere Dynamic). Die Vorstudie liegt 4 bis 6 Wochen nach Erhalt der Verbrauchsdaten vor, der Netzbetreiber prüft das Anschlussgesuch in der Regel innert 30 Tagen, die Montage selbst dauert bei 500 kWp wenige Wochen bei laufendem Betrieb. Die Auszahlung der GREIV folgt bei grossen Anlagen 12 bis 24 Monate nach der Abschlussdokumentation.

Lohnt sich ein Batteriespeicher zur Photovoltaik-Anlage im Gewerbe?

Ja, wenn der Betrieb Lastspitzen ab rund 300 kW hat und der Netzbetreiber einen separaten Leistungspreis verrechnet. 2026 kostet die beanspruchte Netzleistung im Median CHF 108 pro kW und Jahr (ElCom-Tarifdaten, Profil C6); ein Speicher, der die Spitze um 100 kW senkt, spart rund CHF 10'800 pro Jahr. Ampere Dynamic modelliert für solche Betriebe CHF 15'000 bis 40'000 pro Jahr. Der Speicher der Kuny AG (250 kW, 522 kWh) amortisiert sich in rund 5 Jahren.

Welche Förderung gibt es 2026 für eine gewerbliche Photovoltaik-Anlage?

Der Bund zahlt über Pronovo die Grosse Einmalvergütung (GREIV) für Anlagen ab 100 kWp, maximal 30 Prozent der Referenzkosten, plus Boni von CHF 200 pro kW für angebaute, CHF 400 pro kW für integrierte Anlagen und CHF 250 pro kW für Parkplatzüberdachungen ab 100 kWp. Kantone wie Luzern, Graubünden und Basel-Stadt legen nach. Ladeinfrastruktur für E-LKW fördert das Programm «in charge» von ASTAG und BFE mit bis zu 40 Prozent. Alle Anträge müssen vor Baubeginn gestellt sein.